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11. bis 17. Kalenderwoche 2016 (2. Nachtrag)

Datum: 24.03.2016

Kurzbeschreibung: 

- Darstellung laut Anklagevorwurf -

 

Hinweis:

Am 29. und 30.4.2016 habe ich Urlaub. Am 29.04.2016 werde ich durch Frau RinLG Steinlein (Durchwahl 2646: e-mail: katrin.steinlein@lgmannheim.justiz.bwl.de) und am 30.04.2016 durch Herrn Richter am LG Dr. Ratzel (Durchwahl 2658; e-mail: oliver.ratzel@lgmannheim.justiz.bwl.de) vertreten.

 

 

Verdacht des Seriendiebstahls von Motorrädern

 

Strafkammer 7

7 KLs 807 Js 6220/14

 

Verfahren gegen

 

1. Maikel S., geb. 1990

    Verteidigerin: Rechtsanwältin Combé, Heidelberg

    

2. Thomas W., geb. 1993

    Verteidigerin: Rechtsanwältin Berg, Mannheim

 

3. Ivo P., geb. 1990

    Verteidiger: Rechtsanwalt Kling, Mannheim

 

4. Martin D., geb. 1993

    Verteidiger: Rechtsanwalt Schäfer, Aachen

    Verteidigerin: Rechtsanwältin Vogt, Düsseldorf

 

Prozessauftakt: Dienstag, 19. April 2016, 09.00 Uhr

(Fortsetzungstermine: 21., 29. April, 13., 17., 19. und 20. Mai 2016 jeweils 09.00 Uhr)  

 

Dem Angeklagten Martin D. wird zur Last gelegt, er habe zu einem nicht mehr näher bestimmbaren Zeitpunkt vor Juni 2013 den Entschluss gefasst, in Deutschland Motorräder, aber auch bei Gelegenheit hochwertige Pkw zu entwenden, diese in die Niederlande zu verbringen, um sie dort vollständig verkaufen oder aber um Teile der entwendeten Motorräder zur Reparatur beschädigter Krafträder zu verwenden, die er über ein Internetportal zum Kauf habe anbieten wollen.

In Ausführung dieses Vorhabens soll er im Zeitraum von Juni 2013 bis Ende Mai 2014 in sechs Bundesländern, darunter auch in Baden-Württemberg in 38 Fällen insgesamt 2 Pkw und 45 Motorräder entwendet haben. In zwei weiteren Fällen seien die Taten im Versuchsstadium stecken geblieben. In fünf weiteren Fällen soll er Motorräder in Kenntnis ihrer deliktischen Herkunft erworben haben. Bei der weit überwiegenden Anzahl der Taten sei der Angeklagte Martin D. 20 Jahre alt und damit Heranwachsender im Sinne des Jugendgerichtsgesetzes gewesen.

Die Diebstahlstaten habe der Angeklagte Martin D. in arbeitsteiliger Weise mit unterschiedlichen Personen und in wechselnder Zusammensetzung begangen. In zwei Fällen soll der Angeklagte Martin D. die Tat gemeinsam mit dem Angeklagten Ivo P., in 33 Fällen gemeinsam mit dem Angeklagten Maikel S. - wobei darunter eine Versuchstat sowie die beiden Fälle der Entwendung eines Pkw fallen - sowie in drei Fällen gemeinsam mit den Angeklagten Maikel S. und Thomas W. begangen haben. In drei Fällen - wozu ein Fall des Versuchs zählt - soll der Angeklagte Martin D. mit einem oder mehreren bislang unbekannten Mittätern gehandelt haben.

In den dem Angeklagten Martin D. zur Last gelegten Fällen der Hehlerei sollen die Motorräder zuvor in bewusstem und gewolltem Zusammenwirken durch die Angeklagten Maikel S. und Thomas W. entwendet worden sein. Der Erlös aus der Weiterveräußerung soll in erster Linie dem Angeklagten Martin D. zugefallen sein. Die übrigen Tatbeteiligten sollen pro Motorrad einen Anteil von rund EUR 200 erhalten haben.

 

Den Angeklagten Martin D. und Thomas W. wird darüber hinaus zur Last gelegt, sie hätten ab April 2014, nachdem es wegen der Verteilung der Erlöse zum Bruch mit dem Angeklagten Martin D. gekommen sei, zunächst zu zweit, ab Ende September 2014 bis Anfang März 2015 teilweise auch zusammen mit dem Angeklagten Ivo P. Motorräder in Deutschland entwendet bzw. dieses versucht.

Insgesamt sollen die Angeklagten Martin D. und Thomas W. von Mitte April 2014 bis März 2015 in verschiedenen Bundesländern, darunter auch in Baden-Württemberg, in weit mehr als 150 Fällen hochwertige Motorräder entwendet und anschließend gewinnbringend weiterverkauft haben. In weiteren neun Fällen sollen die Taten im Versuchsstadium stecken geblieben sein. Der Angeklagte Thomas W. soll dabei in mehr als 60 Fällen als Heranwachsender gehandelt haben.

Der Angeklagte Ivo P. soll an zwei Versuchstaten und mehr als 25 vollendeten Taten als Gehilfe beteiligt gewesen sein. Seine Unterstützung soll u.a. darin bestanden haben, dass er während der Tatausführung telefonischen Kontakt gehalten oder aber für den regelmäßigen Handy- und SIM-Kartentausch gesorgt habe.

 

Der durch alle Taten entstandene Schaden soll sich auf fast EUR 3 Millionen belaufen.

 

Die Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft.

 

Dr. Joachim Bock

- Pressesprecher und VRLG -

 

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